Diesen Kommentar äußerte Max Liebermann anlässlich der Machtergreifung der NAZIS am Abend des 30. Januar 1933. Es ist also nachvollziehbar, dass Boris Pistorius dies in Reaktion auf die Wahlsiege der AfD zum Präsidium des Landtags in Sachsen-Anhalt laut wiederholte.
Es ist tragisch genug, dass knapp 43,8 Prozent der Wähler:innen in Sachsen–Anhalt kein Problem damit haben, eine gesichert rechtsextreme AfD zu wählen. Besonders tragisch ist es, dass offenbar CDU Abgeordnete trotz Brandmauer dem AfD Abgeordneten Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten verhalfen und dem extrem Rechten, völkischen Chefideologen Hans-Thomas Tillschneider zum Vizepräsidenten. Diese CDU–Abgeordneten haben nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt, hatte doch Hitler 1933 mit den Stimmen der Konservativen erst die Macht ergreifen können.
Dass die mit der gesichert rechtsextremen AfD kollaborierenden CDU Abgeordneten von der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler (CDU), quasi Rückendeckung erhielten, enthüllt die bedrückend-prekäre politische Lage der CDU. 1
Ich entschuldige keine Wählerin und keinen Wähler damit, dass sie mit der herrschenden Politik unzufrieden sind und deshalb AfD gewählt hätten, selbst aber weder rechtsradikales oder gar nationalsozialistisches Gedankengut teilten. Wer AfD wählt, bekennt sich zu dieser Partei - ohne Wenn und Aber. Es gibt keine Ausrede wie nach 1945, dass man das nicht gewusst, nicht kommen gesehen hätte. Jetzt gilt: Mitgefangen, mitgehangen.
Das kommentiert Robert Pausch in der Die Zeit als nicht nur ignorant
. – Pausch, Robert (2026): „SPD-Bundestagsfraktion: Ein Moment mit historischer Wucht – und Boris Pistorius erkennt ihn.“ In: Die Zeit, 7. Oktober 2026. Online im Internet: URL: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/spd-bundestagsfraktion-protest-antifaschismus-afd-sachsen-anhalt (Zugriff am: 07.10.2026). ↩
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
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