Über Jahre wurde es versäumt, kleinere Schäden zeitnah zu beheben. Nun haben diese ein erhebliches Ausmaß angenommen. Die Kolpingfamilie der Pfarre Wegscheid hat es übernommen, die Kohlbauerkapelle zu sanieren. Im Juni wurden die Schindeln entfernt, wohl um einen Blick darauf zu werfen, wie weit das darunter liegenden Mauerwerk bereits geschädigt wurde. An einer Stelle wurde auch die Bedeckung aufgerissen, um einen Blick in den Dachstuhl werfen zu können.
Nachdem Anfang Juni sämtliche Schindeln – ohne Rücksicht auf ihren jeweiligen Erhaltungszustand – entfernt worden waren, wurde das stark in Mitleidenschaft gezogene brüchige Feldsteinmauerwerk sichtbar. Mitte Juli wurde die Kapelle „eingerüstet”, die Schäden am Mauerwerk mit Zementputz saniert und mit der Latte abgezogen verputzt, wie man das halt so macht, bei Häusern, Garagen, wie man es aber bei historischen Denkmalen eigentlich nicht tun sollte. Das Dach wurde gänzlich abgetragen, auch die beiden Steher, die das vorgezogene Dach abstützten. Man beteuerte, dass das Dach restlos „hinüber” gewesen sei, was ich per Augenschein in dieser Pauschalität für den Dachstuhl keinesfalls feststellen konnte. Es wurde schließlich ein völlig neuer, zu groß geratener Dachstuhl mit Kupferblecheindeckung aufgesetzt. Bis zum 18. September muss alles fertig sein, heißt es, dann wird die Kapelle gesegnet werden.
Es ist immer schwierig ehrenamtliches Engagement kritisch zu kommentieren – und tatsächlich, gäbe es das nicht, die Eigentümerin, die Pfarrkirchenstiftung der Pfarrei Wegscheid hätte die Kapelle wohl noch weiter vor sich hin verfallen lassen. Dennoch; die Restaurierung eines historischen Denkmals, und um ein solches handelt es sich, ist etwas grundsätzlich anderes als eine Rundum–Sanierung eines in die Jahre gekommenen rezenten Bauwerks.
Am Ende wird man wohl auch hier sagen: Die Kapelle erstrahlt in neuem Glanz
, ein Etikett, das für Denkmalpfleger und Restauratoren nur eines bedeutet: Wieder ging ein historisches Dankmal verloren. Wieder einmal bewahrheitet sich, dass gut gemeint eben nicht immer gut ist.
Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.
Wer weitere Infos zur Kapelle sucht, findet hier eine Zusammenstellung von Beiträgen.
Hier finden Sie Daten und Fakten zur Kohlbauerkapelle und zu den Linden
© 2026 von Dr. Conrad Lienhardt
Wir verwenden nur technisch erforderliche Cookies. Mehr erfahren
Einige technisch notwendige Cookies sind für den Betrieb der Seite unerlässlich. Wenn Sie alle Cookies ablehnen, können wir Ihnen die Seite nicht korrekt anzeigen.
Möchten Sie stattdessen zu Google navigieren?