Einem gezielten,
tief gesetzten Schlag
wird eilig ein
cui bono nachgeworfen,
um den Gegenschlag abzuwehren.
Was für feige, selbstgefällige
Arschlöcher
oder: Von Schurken und schlauen Füchsen
Noch gestern galt der als Schurke, der sich durch Gesetzesbruch und Regelimmunität Vorteile verschaffte, zum Nachteil anderer, der Gesellschaft und des Gemeinwohls.
Doch heute gewinnt der Schurke Ansehen,
mutiert zum schlauen Fuchs,
der das System erfol...
Ein bestimmter Geruch für einen Bruchteil eines Augenblicks reicht aus, um Erinnerungen bei mir wachzurufen. Das passiert oft völlig unvermittelt. Ich liebe das.
In letzter Zeit geschieht es aber, dass mich Flashes nicht nur an Erlebtes erinnern, sondern an Tagträume in bestimmten Erlebnissituatio...
Menschen werden mir zunehmend fremder.
Eigentlich meine ich Leute,
denn den Menschen in Menschen erkenne ich oft nicht mehr.
Mit vielen von ihnen möchte ich nichts zu tun haben.
Sie verschlingen die Welt.
Menschen werden mir zunehmend fremder.
Manchmal denke ich, dass ich sie nicht besser verstehe,
als die Katze meiner Nachbarin.
Es ist auffällig, wie leichtfüßig sich immer mehr Menschen über Regeln hinwegsetzen - völlig befreit von Unrechtsbewusstsein. Viele Betrügereien werden als Kavaliersdelikte gehandelt. Bei gar nicht so wenigen fehlt es schon am Wissen, dass es Regeln gibt. Es interessiert viele nicht mehr. Sie machen...
Immer wieder liest man von ihnen. Immer wieder werden sie befragt über den Zustand der Bundesrepublik Deutschland: die „wirtschaftlichen Eliten”. Da gibt es "das Elite-Panel, für das die Meinungsforscher aus Allensbach im Auftrag von F.A.Z. und der Zeitschrift „Capital“ im September 500 der ranghöch...
Papst Leo XIV. stellt die Option für die Armen in den Mittelpunkt seines im Oktober 2025 veröffentlichten apostolischen Mahnschreibens „Dilexi te” Über die Liebe zu den Armen
. Es ist ein sehr eindringlicher, unüberhörbarer Appell des Papstes, die Armen als ‚Alter Christus’ zu sehen. Dieses Leh...
Es ist viele Jahr her. Es war 1988. Mein Freund, Gerwald Sonnberger und ich waren einige Male in Budapest. Wir hatten uns vorgenommen, eine Ausgabe der Literaturzeitschrift LANDSTRICH mit kritischen ungarischen Autoren herauszubringen, gemeinsam mit Péter Balassa, Lázlo F. Földényi und Péter Rácz, d...
Ich saß am Beifahrersitz eines am Straßenrand in einer Seitengasse einer Stadt parkenden Autos. Das Fenster war heruntergekurbelt. Es war ein warmer, angenehmer Tag. Am Bürgersteig entlang kam ein bayerischer Polizist in kurzem Hemd und an einer Leine führte er ein Rentier. Ich meinte zu den andere...
Seit meiner Kindheit habe ich eine sehr entspannte Einstellung zum Tod. Er ist wie ein vertrauter Begleiter, ein stiller Freund. Beim Einschlafen hatte ich noch als Jugendlicher manchmal die Vorstellung in seinen Armen einzuschlafen und von ihm beschützt zu sein.
Aber vorm Sterben hatte ich immer...
Kürzlich bin ich über den Begriff „Kontraphobie” gestolpert. Das Phänomen war mir lange bekannt, bevor ich nun den terminus technicus erlas. Laut Wikipedia kennzeichnet das ein Verhalten, bei dem die innere Gefühlswelt und das äußeres Erscheinungsbild eines Menschen in einen eklatanten Gegensatz t...
Vor dreißig Jahren haben reguläre Soldaten der Armee der Republika Srpska und serbischen Paramilitärs unter der Führung von Ratko Mladić in Srebrenica ein Massaker an 8.000 Menschen begangen, an Menschen, nur weil sie männliche Bosniaken waren. Das war der Tiefpunkt meiner Traumatisierung, die mit den Jugoslawienkriegen 1991 begann.
Meine Arbeitsprozesse haben sich verändert. Unter dem Ergebniszwang und dem Zeitdiktat blieb ich früher während einer Recherche, einer Studie oder Thesis fokussiert. Auch noch so Interessantes, Anregendes und Faszinierendes, das mir während der Arbeit zufiel, blieb unbeachtet, solange es nichts mit...
Es ist meine erste Erinnerung an ein politisches Ereignis. Ich war fünf Jahre alt. Mein Vater und ich fuhren im Auto, abends gegen 19 Uhr, es war November und daher schon dunkel, zum Milch holen. Im Radio hörten wir die Nachricht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, in Dalla...
In einem steinernen Portalvorbau, dunkel mit schwerer fast schwarzer Eichentüre, offen, spielte sich das Drama ab. Ich war gerade dabei, über die Schwelle zu treten, als ich sah, wie eine wirklich große schwarze Katze, mit einem weißen Pfötchen eine große Ratte verschlang. Es erinnerte mich an eine...
Erst Jahre nach dem meine beiden Eltern verstorben waren, wurde mir klar, dass – bezogen auf das nachgelassene Einfamilienwohnhaus – die Rede vom „Elternhaus” eine Verkürzung darstellt. Es ist auch das „Haus meiner Kindheit”. Seit mir das so klar wurde und ich viel darüber nachgedacht habe, was...
Ein überschaubarer Saal mit Stühlen und Tischen vor einer Bühne, leicht abgedunkelt, die Bühne im Licht. Ich saß nah an der Bühne, so nah, dass ich meine Hand darauf legen konnte. Auf der Bühne erkannte ich Christian Lindner, in einem chicen Pullover, einem Pepita-Röckchen mit schwarzen Leggings und...
Vor einigen Jahren sprach mich eine sehr eigene, um nicht zu sagen seltsame Frau an. Sie fragte mich, warum in katholischen Kirchen Gewalt so allgegenw...
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